CeBit - Meine Erfahrungen mit der SIS-PMS / Lob + Kritik
Sehr geehrte Damen und Herren,
auf der CeBit habe ich auch Ihren Stand aufgesucht und meine Wünsche und Kritikpunkte geäußert zu Ihrem Produkt SIS-PMS.
Da ich höflich aufgefordert wurde, doch auch hier einmal meine Erfahrungen zu schreiben, nehme ich mich diesem doch gern einmal an.
Ich besitze insgesamt 2 SIS-PMS Steckdosenleisten.
Eine steuert mein gesamtes Hi-Fi, TV, HTPC Equipment, die andere meinen Arbeits-PC, Etikettendrucker, Sound und Drucker.
Lob:
Es ist schon eine tolle Erfindung, meine Geräte von extern steuern zu können, ohne lästig unter dem Tisch nach einem Knopf suchen, im Staub, wo sonst nur der Staubsauger mal "hallo" sagt. Auch die Möglichkeit 4 Steckdosen separat zu schalten ist eine tolle Sache, da somit sich separat wirklich Strom sparen lässt.
Ich habe mir die Steckdosenleiste ursprünglich gekauft, da ich einen HTPC habe, der eh jeden Tag läuft (24/7) und ich mich via Remotedesktop darauf aufschalten kann und mit der mitgelieferten Software vergessene Geräte vom Stromnetz trennen kann. Dies spart wirklich effektiv Strom. Denn ich habe zusätzlich eine USV, die an den PC den aktuellen Stromverbrauch meldet. Geht man davon aus, dass ich schon öfters mein sich im Standby befindliches Heimkino abschalte und damit fast 25 Watt spare, so sind das im Jahr bei 8 Stunden täglich schon mal schnell: 43,8 € bei 0.2 €/kWh. Also deutlich Energie gespart.
Perfekt finde ich im Übrigen, dass man die Steckdosenleiste auch an die Wand schrauben kann. Sie hält damit sehr fest und ich kann auch mal einen Staubsauger eben Anschließen und aus der Ferne raus zupfen. Es liegt nicht einfach alles auf dem Boden, sondern man kann wirklich ein gewisses Kabelmanagement damit betreiben. Zusätzlich ist es für mich optimal, da ich einen kleinen Switch oben drauf stellen und mit einem Power-Strip fixieren konnte. Damit habe ich Strom und Netzwerk direkt übereinander. Einfach praktisch !
Zum Support: Meine erste Steckdosenleiste hatte das Problem, dass eine Steckdose nicht so richtig funktioniert hat, wie sie eigentlich sollte, denn man musste sie manchmal 2 oder 3x einschalten, damit wirklich auch diese Wirkung erzielt wurde. Nach einer Anfrage beim Support sollte ich die Leiste einsenden und man würde sich dem bekannten Problem annehmen.
Gesagt getan, ich bekam geschätzte 4 Tage nach Absenden meiner Leiste einfach eine neue. Trotz, dass ich keine Rechnung mehr gefunden habe.
Nun zu den Kritikpunkten.
Abgesehen, dass meine erste Leiste kaputt war, denn das kann ja immer mal passieren, bin ich der Meinung, dass die Programmierung der Software für den PC wirklich einfach schlecht ist. Man könnte so viel mehr daraus machen. Bei mir war das Problem, dass die Software einfach mal Fehler gemeldet hat, obwohl keine vorhanden waren. Die Software abgeschmiert ist und manchmal keine Reaktion gezeigt hat. Die Funktionalität war einfach nicht gegeben. So hätte ich damals das Produkt fast zurück gesendet, wenn ich nicht eine kleine Linux-Applikation gefunden hätte, eines intelligenten Softwareentwicklers.
Diese habe ich mir dann von findigen Entwicklern für meinen Satelliten-Receiver mit MIPS Prozessor kompilieren lassen (DM800) und betreibe über einen kleinen USB Hub beide Steckdosenleisten über die Fernbedienung meines Receivers. Durch den integrierten Web-Server der Linux-Applikation kann ich sogar am PC die Steckdosen ein und aus schalten (siehe Anhang Bild). Um das an der Dreambox nutzen zu können habe ich mir selbst kleine Scripts geschrieben, die das Programm sispms dazu anweisen, welche Steckdosenleiste welcher Stecker geschaltet werden soll.
So einfach kann es gehen ! Warum nicht auch aus dem Hause Gembird direkt so ?
Es fehlt mir aber an einer noch ganz anderen wichtigen Stelle. Warum macht man nicht einfach einen Taster neben jede Steckdose. Es erfordert einen kleinen Microcontroller für nicht einmal 10 Cent und insgesamt 1 Meter Kabel, um dem Haupt-Controller zu sagen, schalte jetzt Steckdose 1,2,3,4. Pfennigkram, der die Idee noch innovativer machen würde. Denn wem ist es nicht passiert, man steht in der Tür, hat alles ausgeschaltet und dann, Mist, diese Steckdose muss ich noch abschalten, damit Gerät XY in der Zeit nicht läuft, wo ich nicht da bin. PC hochfahren ? Receiver einschalten und am kleinen OLED ablesen wie man diese Steckdose jetzt aus bekommt ? Den Fernseher vielleicht dazu einschalten ? Nein, ist doch alles Blödsinn. Ein kleiner Taster, nicht einmal einen Tag programmier-Aufwand und das Problem wäre gelöst. Schade, hier besteht auch Nachbesserung.
Nach einem längeren Gespräch mit dem Mitarbeiter auf Ihrem Stand sind wir auf die Programmierung gekommen. Sicherlich gibt es einige Firmen, die Outsourcing betreiben. Aber wenn Sie doch hier Ihren Sitz in Deutschland haben, bitte lassen Sie die Software auch qualitativ hochwertig herstellen, mit Mitarbeitern vor-Ort. Nicht in fernen Ländern. Schade ! Meinetwegen machen Sie die Schnittstelle auch open source, legen nur einen Treiber dabei, der die einzelnen Komponenten in der Schaltleiste ansteuern kann. Es könnte alles viel einfacher und gleichzeitig innovativer sein.
Nun habe ich mir klar auch die neue Steckdosenleiste angeschaut, die übers Netzwerk arbeiten soll. Mir wurde direkt im Gespräch gesagt, dass es sich um einen Prototypen handelt, der noch Macken hat. Das ist okay, solange sowas nicht verkauft wird. Ich habe mir das Web-Interface angeschaut und auch die IPhone App und den Webserver. Soweit so gut. Ich als Programmierer sage, oh mein Gott, sieht der integrierte Webserver schlecht aus. Warum gibt's da nur 16 Möglichkeiten eine Zeit zu hinterlegen ? Warum nicht 24*59, warum nicht individuell gestaltbar. Jeder Router, der etwas von sich hält kann das und kostet nur 20 €.
Okay, die Idee mit der Anmeldung bei einem Online Portal ist gut, finde ich aber aus Sicherheitsaspekten etwas fragwürdig. Denn man müsste Gembird seine Steckdosen anvertrauen. Das wird bei vielen auf negative Kritik treffen und Abschreckend wirken. (Ich spreche nicht von den ganzen Facebook, Twitter, WKW etc. Freaks, die würden auch Ihre Oma ins Netz bringen...)
Ich habe mir die kurze Präsentation angeschaut und war erstaunt, wie schnell die Daten vom Web-Interface zur Steckdosenleiste kommen. Auf Nachfrage hin, wie es genau funktioniert, war mir klar, was mir eigentlich schon klar war. Die Steckdosenleiste wird ins Internet abgefragt, mit Zugangsdaten, ob der Port noch aktiv ist, oder nicht. Jedoch jede Sekunde ? Ist das nicht übertrieben ? Warum nicht alle 10 Sekunden. Bedenkt, es geht nicht um den Traffic, sondern um die Leute, die sich so etwas in die Wohnung hängen und vielleicht auch Kinder online-Spiele spielen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass bei einer 1000-2000 Leitung diese sekündliche Abfrage die Latenzzeit der Leitung etwas in die Knie zwingt. Für manch Spieler, die auf Ping aus sind einfach unerträglich. Stellt es auf 10-60 Sekunden, ich denke damit kann jeder leben und man könnte es auch noch einfach in das Web-Interface integrieren, indem man eine kleine Uhr daneben macht, wie ein Auftrag, der noch abgearbeitet werden muss.
Als letzter Punkt wäre noch an zu bringen. Ich habe z.B. bei meinem Fernsehschrank viele Steckdosen.
TV, Receiver, Sound Receiver, Subwoofer, 2x PS3, HTPC, Ladegerät fürs Handy, Externe HDD
Warum nur 4 Steckdosen. Es wäre doch eine ultimative Sache, wenn man 12 Steckdosen hätte. Warum auch nicht. An den Kupferpreisen wird's wohl nicht liegen... denn so viel braucht ihr dafür nicht. Die Technik ist die gleiche, der interne Controller braucht nur ein paar mehr Ports um mehr Relais zu schalten. Das Webinterface angepasst und tada, eine 100 € Steckdosenleiste ist geboren mit 12 schaltbaren Steckdosen. Einfach PERFEKT ! Schade, dass es vorerst ein Traum bleiben wird...
Ich hoffe, nun alles gesagt zu haben. Alles in allem ist Gembird SIS-PMS eine gelungene Lösung, wenn man gern frickelt oder Informatiker ist, wie ich. Ich bin gespannt auf die neue Steckdosenleiste und hoffe meine jetzige Lösung vielleicht durch eine innovativere neue Leiste ersetzen zu können.
Gern gebe ich mich hierfür auch als Testobjekt her und prüfe die neue Steckdosenleiste auf Herz und Nieren.
Mit freundlichen Grüßen
S.Ziegenbein
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11.03.2011 15:10 von stoepsel2k.)